07.07.2020

Ist EDI old-fasioned?

Schreibmaschinen-Layout der neusten
UN/EDIFACT Guidelines


Wenn man in diesen Tagen das Wort "EDI" in Integrationsprojekten mit Kunden erwähnt, fällt häufig die Bemerkung, das wäre ja "altmodisch" und ob wir nicht auf moderne Technologien setzen könnten. Dabei wird häufig EDI mit EDIFACT verwechselt und so die vermeintlich "steinalte" und "vorsintflutliche" Formatbeschreibung der Vereinten Nationen "verdammt". Das mag sicherlich an der tatsächlich etwas altmodisch anmutenden Dokumentation der UN liegen, aber wird dem Inhalt leider nicht gerecht.

Daher zu Beginn nochmal kurz zu den Begrifflichkeiten:


  • EDI steht einfach und ganz klar für Electronic Data Interchange und beschreibt somit jede Form des elektronischen Datenaustausches. "EDI" ist somit der Überbegriff für alle Arten von technischer Kommunikation zwischen Systemen.

  • EDIFACT, oder genauer gesagt "UN/EDIFACT" ist ein inhaltlicher Standard der Vereinten Nationen, der Vorschläge für standardisierte (fachliche) Inhalte der technischen Kommunikation macht. Also: Welche Daten brauche ich idealerweise, um einen Lieferabruf sicher durchführen zu können? Oder: Welche Statusdaten kann ich von meiner Spedition für eine Lieferung erwarten? EDIFACT steht dabei für "Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport" und beschreibt dabei schon gut, für welche Aufgabenfelder hier Nachrichteninhalte beschrieben werden: Für die Welt des Handels, der Verwaltung und für Transporte (also die Logistik).
Wer diesen Unterschied "verinnerlicht", sieht sicherlich, dass "EDI" an sich, gerade in Zeiten des Internets, so schnell nicht "old fashioned" wird, sondern einfach verschiedene, moderne "Unterbauten" bekommt.

Zu einer EDI-Integration gehören immer verschiedene Teile:
  1. Verständnis über den abzubildenden Prozess. Dabei kann eine Richtlinie, ein Standard, wie z.B. von der UN, hilfreich sein. Ich muss wissen, welche Informationen ich bereitstellen kann, welche Informationen der Empfänger verarbeiten kann und wo es hier etwaige Lücken oder Übersetzungsschwierigkeiten geben könnte.

  2. Meistens viel einfacher abzustimmen ist dann die technische Kommunikation zwischen den Partnern. Sicher wird heute kaum noch jemand über ungesicherte Verbindungen wie FTP oder Email kommunizieren wollen -- dafür gibt es heute bessere, sichere und zuverlässigere Alternativen. Exemplarisch sei hier AS2 als web-basierte Kommunikation oder sFTP als Dateiübertragungstechnologie genannt. Aber auch aktuell viel diskutierte und oft gewünschte Techniken wie "API's" (aka Webservices) wären hier denk- umd umsetzbar.
Besteht Einigkeit zu Punkt 1, ist die Umsetzung in Punkt 2 "nur noch" technische Konfiguration.



Keine Kommentare: